Karin's Blog

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Über den Blog

In diesem Blog halte ich das fest, was mir wichtig ist, aber nicht zu privat. Vorrang hat dabei sicher die Ausbildung meines Pferdes Prinz, sowie meine anderen Tiere, die Hennen, Katzen und Fische.

Stallturnier Lochenhof

Spass und FreizeitPosted by Karin Fri, July 12, 2013 07:50:37

Am 7.7.2013 fand unser Stallturnier Lochenhof statt. Die erste Turnier-Organisation hat für uns so einige (teils witzige) Erkenntnisse gebracht, so zum Beispiel:

Viele Leute schätzen ein Toitoi WC.
Bratwürste werden mehr gegessen als Servelats.
Es ist ungünstig, wenn eine von zwei Organisatoren am Freitag vor dem Event noch einen Unfall hat, sich die linke Hand aufschürft und die rechte fast bricht (Stauchung plus Knochen-Riss).
Es ist ungünstig, wenn die reservierten Festbänke 5m lang sind und somit ohne Traktor nicht transportierbar.
Es ist ungünstig, wenn der Pferdetransporter, den man zum transportieren kurzfristig organisierter kleiner Festbänke vorgesehen hat, defekt ist und am Samstag um 18.30 Uhr mitten auf der Strasse steht.
Es ist ungünstig, wenn besagter - unterdessen notdürftig reparierter - Transporter für das Zurückbringen der Festbänke verwendet werden soll, leider aber einen 7poligen Strom-Stecker hat, die vorgesehenen Autos alle einen 13poligen, und keiner einen Adapter besitzt.
Es ist ungünstig, wenn man erst alle Pavillion-Zelte aufstellt, noch nicht veranktert (wegen definitiver Platzierung) und ein Windstoss sie in den vorbereiteten Gymkhana-Parcours weht.
Es ist ungünstig, wenn Helfer am Zürifest sind und deshalb morgens mit 4h Verspätung eintreffen.
Krepp-Klebeband ist etwas Wundervolles, man braucht viel davon.
Wer Kaffee anbietet, sollte Löffeli parat haben.
Zuviele Helfer gibt es nicht - wir hatten die besten Helfer der Welt.
Um einen Springparcours auswendig zu lernen, brauchen die Teilnehmer Zeit.
Eine Dressur-Kür zu beurteilen ist auch auf Anfänger-Niveau sehr anspruchsvoll.
Besagte Erkenntnisse haben zum Teil zwar für ein paar zusätzliche Schweisstropfen gesorgt, aber dennoch würden wir sowas jederzeit wieder organisieren (und werden wohl auch).

Am allermeisten haben mich die Kids fasziniert. V.a. beim Gymkhana geritten und geführt haben ein paar Kids echt tolle Leistungen gezeigt. Beim Springen an der Hand starteten zwei Mädels mit ihren Ponys, die Sprünge nur nehmen, wenn die Führperson auch drüber springt. Die Mädels sind somit bei über 25 Grad und praller Sonne am Nachmittag über ganze 9 Hindernisse mit bis zu 55cm Höhe gesprungen - fehlerfrei! Zudem haben die Kids sehr gut für ihre Ponys gesorgt, immer wieder frisches Wasser geholt (beim Reitplatz hat es KEIN fliessend Wasser, man muss es mit einem Eimer aus dem Bach holen) und sie zwischen den Starts in den kühlen Wald gebracht.

Aber auch die Erwachsenen Teilnehmer haben mich beeindruckt. Wir hatten nicht ein einziges Mal eine Ausrüstung oder ähnliches zu beanstanden (und wir hatten strenge Massstäbe), viele Pferde und Reiter waren toll zurecht gemacht (obowhl keinerlei Tenue-Pflicht) und die Dressur-Küren z.T. toll ausgedacht und einstudiert.

Was mir aber am aller besten gefiel, war das Unkomplizierte und Familiäre des Anlasses. Wir hatten ja gehofft, dass es ein Turnier ohne Turnier-Stress wird. Aber dass es so toll wird, das hätten wir nicht erwarten dürfen. Zuschauer-Kids durften Ponys halten uns streicheln, unsere Festwirtschaft wurde mit Trinkgeld geehrt, kleine Fehler bei der Rangverkündigung wurden grosszügig toleriert, die Preise von Kindern und Erwachsenen geschätzt, der Zeitplan toll eingehalten und dem Gelände 1A Sorge getragen (das gehört der Gemeinde und wir sind auf Goodwill angwiesen, dass wir es nutzen dürfen). Und die von uns ausgedachten "Harmonie-Preise" für das harmonischste Kind-Pony- und Erwachsener-Pferd-Paar wurden mehr als nur gewürdigt, nicht wegen des kleinen Preisleins, sondern für die Idee dahinter.

Wir haben keinen Abreitplatz, "nur" ein 20x40m Viereck, kein fliessend Wasser und waren Organisations-Neulinge. Die Dressürler mussten somit ihre Pferde in der Mittagspause warm reiten, alle anderen im Gelände. Und die Springer mussten sich für den Probesprung mit einem Cavaletti auf einem leicht ansteigenden Feldweg zwischen Turniergelände und Kuh-/Geissweide begnügen. Als Musik- und Lautsprecher-Anlage musste eine einfache Box genügen, die "Jury" aller Disziplinen waren wir Organisatoren und somit Laien, und alle Helfer haben sowas (v.a. auch im Parcours selber) das erste Mal gemacht, was natürlich auch zu Patzern führte.

Der ganze Event ging (meines Wissens) ohne den kleinsten Kratzer an Mensch, Tier oder Ausrüstung von Statten, was mir persönlich ein grosses Anliegen war. Die Stimmung war eine Mischung aus Grillplausch, Playday, Pferde-Ausbildung, Vorführung und Wettbewerb, mit viel Schweiss und Lachen.